Nikomachische Ethik – was versteht man in der griechischen Antike unter Glück?

Bild mit Glückssymbo

Nikomachische Ethik nach Aristoteles

 Aristoteles Aristoteles entwickelte vor nunmehr beinahe 2500 Jahren seine Nikomachische Ethik.

Hat diese Philosophie des griechischen Altertums mit unserer heutigen Zeit noch irgendetwas gemeinsam?

Ich sage ein klares und eindeutiges Ja. Gehen wir doch der Sache auf den Grund.

Biographie von Aristoteles Ursula Wolf beschreibt in ihrer einfühlsamen Übersetzung in der Sprache unserer Zeit folgende Einleitung:
384 v. Chr. Geburt „Aristoteles wurde 384 v. Chr. in Stageira auf Chalkidike als Sohn eines Arztes am Hof Philipps von Makedonien geboren.
367 v. Chr. Platons Akademie Er trat 367 in Platons Akademie ein, wo er zunächst studierte und später auch lehrte, und dort blieb bis zu Platons Tod im Jahr 347. […]
343 v. Chr.
Begegnung mit Alexander dem Großen
Ab dem Jahr 343 war er für drei Jahre als Erzieher von Philipps Sohn tätig.

Dessen Sohn Alexander der Große wurde nun also auch von Aristoteles als Erzieher mit geprägt.

Die soziale Stellung Ich schließe aus dieser Biografie auf eine sehr hohe, im heutigen Sinn akademische Stellung der ganzen Familie. Der Vater von Aristoteles hieß Nikomachos und arbeitete als Arzt am Hof von Philipp.
Historisches Wertesystem der Antike Die gegenseitigen Wechselwirkungen waren sicher sehr groß. Aristoteles hatte also Einblick in das Wertesystem vom gewöhnlichen Athener bis in die höchsten Kreise seiner Zeit. Er verkehrte ja direkt mit der Königsfamilie und hatte Einfluss als Erzieher und Lehrer.
Das geistige Erbe von Aristoteles Aristoteles hinterließ uns drei Schriften zur Ethik, die auch heute noch erhalten sind.

 

Die erhaltenen Schriften sind: Man schätzt, dass nur ein Viertel seiner Schriften heute noch erhalten sind.

  1. Die Nikomachische Ethik
  2. Die Magna Moralia
  3. Die Eudemische Ethik

 

Das Glück (eudaimonia) Gehen wir der Frage nach, was Aristoteles unter Glück versteht.

Glück = griechisch eudaimonia

Aristoteles 1101a,14 Warum soll man also nicht sagen, dass derjenige glücklich (eudaimên) ist, der sich im Sinn einer Tugend, die ein abschließendes Ziel ist, betätigt und mit äußeren Gütern hinreichend ausgestattet ist, und zwar nicht nur über irgendeine Zeitspanne hinweg, sondern während eines ganzen Lebens? […] das Glück halten wir für etwas, was ganz und gar Ziel (telos) und abschließend (teleion) ist)

Quelle: Aristoteles, Nikomachische Ethik, S. 66)